Suche nach der passenden Fläche für eine Asylunterkunft

Bei der Suche nach der passenden Fläche für Asylunterkünfte sind viele Aspekte zu berücksichtigen.

Abhängig von der Einwohnerzahl haben die Länder, Landkreise und Kommunen eine bestimmte Anzahl an Asylsuchenden aufzunehmen. Das heißt, dass wir auf Kommunalebene nicht über das „Ob“ diskutieren müssen, sondern über das „Wo“ und „Wie“.

Unser Ziel kann nicht sein, diese Quote irgendwie zu erreichen. Wir haben eine moralische Verpflichtung gegenüber den Bürgern und den Asylsuchenden, diese möglichst sozialverträglich zu erfüllen.

Und genau an diesem Punkt befinden wir uns jetzt. Hier gibt es die meisten Reibungspunkte.

Um die Asylsuchenden bei uns besser integrieren zu können, müssen Flächen gefunden werden, die möglichst zentral, also nicht „Ab vom Schuss“ sind und die den Asylsuchenden bestenfalls auch die Möglichkeit bieten, sich körperlich/sportlich zu betätigen. Durch die sportliche Betätigung kann die Integration gefördert werden und beitragen, den Menschen in ihrer schwierigen Situationen zu helfen.

Bei der Auswahl der Flächen sollten aber auch die Sorgen und Ängste der Bevölkerung ernst genommen werden. Es ist verständlich, dass sich die Anwohner Sorgen machen – vor allem, wenn sie nicht wissen, was auf sie zukommt.

Wie viele Bewohner sollen untergebracht werden?

Handelt es sich um Familien oder durchgängig um junge Männer?

Aus welchen Ländern kommen die Asylsuchenden?

Wie lange soll die Unterkunft dort bleiben?

Wie werden die Menschen betreut?

Viele der Fragen können heute sicherlich noch gar nicht beantwortet werden, jedoch sollten die Anwohner zeitnah und umfassend informiert werden.

Der zunächst ins Spiel gebrachte Standort auf dem Parkplatz des Cabrio-Geländes wurde seitens des Technischen Ausschusses als ungeeignet betrachtet. Weder für die Anwohner noch für die Asylsuchenden wäre dieser Platz sozialverträglich gewesen.

Bei dem Platz auf der Liegewiese des Cabrios sieht dies aus unserer Sicht anders aus.

Das Gelände ist durch einen dichten Grünbewuchs umgeben. Das Gebäude wäre somit für die Anwohner nicht ständig im Blickfeld, befürchtete Lärmemissionen würden durch den Bewuchs ebenfalls deutlich absorbiert.

Das Gelände ist eine Flache Wiese, die auch für Sportaktivitäten genutzt werden kann. So wäre es z.B. möglich, das Beachvolleyballfeld gemeinsam mit den Bewohnern der Unterkunft neu aufzubauen und zu gestalten und anschließend für die Öffentlichkeit freizugeben. Dadurch wäre ein schöner Schritt in Sachen Integration gemacht.

Dies wäre gegebenenfalls auch eine gute Schnittstelle, gemeinsam mit dem Jugendgemeinderat die Flächen so zu gestalten, dass diese von der Jugend und den Bewohnern gemeinsam genutzt werden können.

Da wir der Meinung sind, mit der ehemaligen Liegewiese des Cabrios eine geeignet Fläche gefunden zu haben, stimmte die Fraktion der Freien Wähler (bei einer Enthaltung) für den Beschlussvorschlag, einen Teil der Liegewiese an den Landkreis zu vermieten.

Abschließend kann gesagt werden:

Die Zahl der aufzunehmenden Asylsuchenden steigt momentan ständig an, bei einer zweiten Unterkunft in Weinstadt wird es nicht bleiben. Weitere geeignete Flächen müssen gefunden werden. Und auch bei jedem weiteren Standort werden die Anwohner wenig erfreut darüber sein. Dies ist verständlich aber leider nicht zu ändern.

Viele Ängste und Sorgen könnten jedoch durch eine intensive und vorzeitige Information der Bevölkerung genommen werden, hier gab/gibt es noch große Defizite – daran müssen wir unbedingt arbeiten.

Ich hoffe deshalb sehr darauf (und darauf müssen wir auch hinwirken), dass die Verwaltung die Bevölkerung ab sofort auf ihrem Weg mitnimmt und entsprechend zeitnah informiert und unterstützt und dass sich die Anwohner solidarisch zeigen und unvoreingenommen an diese Situation herangehen.

Michael Scharmann – Vorsitzender und Stadtrat der Freien Wähler Weinstadt

 
 


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